Razorback

Mit 1.11.2017 stelle ich mein ganzes Leben auf den Kopf. Ich kündigte meinen geliebten Job als Reitlehrerin zu Hause, setzte mich in ein Flugzeug und flog nach Sydney. In Sydney habe ich einen Job als Bereiterin in einem riesigen Reitstall.

 

Weitere Einblicke könnt ihr in diesem Tagebuch lesen:

01.-02.11. Ankunft alleine in einem fremden Kontinenten

 

Ich heiße Melanie Amon, bin 21 Jahre alt und komme aus Wien. Ich arbeitete bis 31.10 als Reitlehrerin bei Sabine Steinbach. Mir machte dieser Job riesen Spaß. Ich habe es geliebt mein Hobby mit meinem Beruf zu verbinden. Die Pferde waren alle sehr tolle "Arbeitskollegen" und die besten Schüler der Welt hatte ich sowieso. Somit war eigentlich alles perfekt, jedoch war es mir nicht genug. Ich wollte unbedingt die Welt erkunden, Neues kennen lernen und ein unabhängiges Leben in "Freiheit" genießen.

Somit ging ich auf die Suche und fand einen Job als Bereiterin am anderen Ende der Welt, eine Stunde entfernt von Sydney. Da ich generell alles ganz oder gar nicht mache, dachte ich mir:"geht das schon!"

 

Am 01.11. um 07:00 setzten mich meine Eltern und eine meiner besten Freunde Vera am Flughafen ab. Darauf folgte ein gefühlt ewig langer, aber sehr angenehmer Flug- 25 Stunden später landete ich in Sydney. Dort bekam ich sofort meinen Koffer und hatte auch keine Probleme mit dem Visum. Ein mulmiges Gefühl im Magen hatte ich sowieso seit 25 Stunden, da es natürlich sehr klug ist mit Flugangst so lange zu fliegen.

Am Flughafen probierte ich mir eine Simcard zu kaufen - ein Handy ohne Sperre wäre da schwer von Vorteil gewesen.

Danach fuhr ich mit dem Taxi zu meinem Hotel. Der Taxifahrer warnte mich bereits, dass ich in einer sehr gefährlichen Gegend wohne - da hätte ich mich wohl im Vorhinein besser erkundigen sollen - Notiz an mich selber: Bei Hotel sparen ist ein Fehler!

Das Hotel war über einer Bar, gefüllt mit komischen Menschen. Mein Zimmer war sehr grausig und das Gemeinschaftsbad war auch ein Sekundenbesuch. Es musste natürlich auch noch kommen, dass der Verkehr sooo laut ist, dass man trotz Ohropax alles genau hörte. Wenigstens hatte ich minutenweise WLAN. Nachdem ich halbwegs "ankommen" bin, war es dann auch schon 23:00. Ich probierte erfolglos einzuschlafen. Stattdessen versuchte ich alle meine Gedanken zu sortieren. "Warum muss ich eigentlich ans andere Ende - Irland hätte doch auch schon für den Anfang gereicht" | "Ich fühle mich so alleine - Warum tu ich mir das an?" | "Ich will nach Hause - aber was denken dann alle von mir?" | "Wie komme ich morgen zu dem Reitstall ohne, dass mir etwas gestohlen wird? - Oh nein ich hab viel zu viel Zeug mit" | "War es die richtige Entscheidung Alles aufzugeben? - Ich war doch glücklich?" | "WAS TU ICH HIER EIGENTLICH?" | Notiz an mich selber: Das nächste mal zuerst alles durchdenken, dann solche "kleinen" Aktionen starten.

 

Aktuell ist es 05:30 und ich befinde mich vollgas im Jetleg. Dies war der Beginn dieses Tagebuchs ...

 

(Im Nachhinein ging mir wohl doch alles ein bisschen zu "schnell". Ich habe es sehr lange vorher geplant und konnte es kaum mehr erwarten, aber DER Tag war dann doch zu schnell da. Zum Glück hatte ich Internet und sehr gute Freunde, die mich in den nächsten Tagen sehr aufbauten- Danke!)

 

03.11. Die Fahrt vom Hotel zum Reitstall

 

Nach einer sehr kurzen Nacht, stand ich um 08:00 auf und packte alles zusammen. Nach einer 10 minütigen Taxifahrt war ich auch schon am Bahnsteig. Die Zugfahrt war sehr angenehm und langsam begann ich sogar etwas von Sydney zu sehen. Es war ganz anders als ich es mit vorgestellt hatte. Es wirkte sogar ein bisschen amerikanisch auf mich. Nach einer kurzen Zugverspätung, fand ich auch gleich meinen Chef, welcher mich vom Bahnhof abholte und zum Reitstall brachte. Dorf traf ich gleich auf meine Chefin und die anderen beiden Praktikanten. Alle zusammen sind sehr sehr herzlich und erstaunlicherweise funktioniert das mit der Kommunikation auch besser als gedacht.

Sie zeigten mir alles und kurz darauf schaute ich den Mädels bei ihrer Arbeit mit den Pferde zu. Danach durfte ich selber auf Manny reiten. Ein sehr nettes, leichtrittiges, 7 jähriges Pferd.

 

Hier stehen circa 60 Pferde verteilt auf 100ha Wiese. Wir haben eine Halle mit einer offenen Wand, einem Springplatz, Galoppbahn, Vielseitigkeitssprünge und ein Outdoor Dressurviereck. Wir sind 3 Mitarbeiterinnen und müssen uns um alle Pferde kümmern. Das bedeutet Heu füttern, die Boxen, in denen wir die Pferde herrichten, säubern und die Pferde bewegen. Jede von uns 3 Praktikanten kümmert sich um insgesamt 8 - 10 Pferde und reitet 5-7 Pferde am Tag. Weiteres erfahre ich in den nächsten Tagen.

 

Nachdem alle Pferde bewegt und gefüttert wurden, war für uns Feierabend. Diesen nutzten wir um einkaufen zu gehen. Ich fühle mich ein bisschen wie in den USA. So eine riesen Toastauswahl hatte ich noch nie. (Wo ist mein Brot?) Jeder hat hier sein eigenes Essen und kocht sich selber. Aja, wir haben 2 Autos zur Verfügung. (Linksverkehr!)

Danach sahen wir uns noch Harry Potter an. Ich komme erstaunlich gut mit meinem Jetleg zurecht.

 

So, morgen geht es für mich einmal nach Sydney um die Stadt zu erkunden, da wir am Wochenende immer frei haben, außer wir sind auf Turnier.

04.11. Sydney erkunden

 

Heute ist Samstag, das bedeutet, dass wir nur um 16:30 die Pferde füttern müssen und sonst frei haben. Da Sharon sowieso in die Schule muss, welche im Zentrum von Sydney liegt, haben Devon und ich uns angeschlossen und gingen die Stadt erkunden. Wir fuhren mit dem Zug als erstes zum Bondi Beach. Dort trafen wir zufällig auf ein Einkaufscenter. Ich probierte vergeblich mein Handy freischalten zu lassen. Dafür bekam ich meine Ubahnkarte. Danach gingen wir 30 Minuten durch das schöne, kalte, verregnete Sydney. Langsam beginne ich meinen ersten Eindruck zu bekommen.

 

Angekommen am Bondi Beach, fanden wir eine Ausstellung an der Küste, ein Pool, welches mit dem Meer "verbunden" ist und noch mehr Regen. Danach nahmen wir den Bus und fuhren zur Oper und Harbourbridge. Langsam lernen wir uns beide kennen.

Dort fanden wir dann auch ein gutes Lokal mit Wlan und ausgezeichneten Burgern.

 

Ich habe das Gefühl, dass es in Australien jedem egal ist, was andere von einem denken. Jeder trägt Kleidung in der er/sie sich wohl fühlt. Noch dazu muss ich sagen, dass ich mich in Sydney sehr wohl fühle was die Kriminalität und "komische Menschen" betrifft und ich hätte mir Sydney sehr viel größer vorgestellt. - Die Filme täuschen :P

 

Danach fanden wir noch einen Optus Store, um mir Internet für meinen Laptop zu besorgen. Dies ist vielleicht eine ganz gute Übergangssituation.

 

Nach einer einstündigen Zugfahrt zum Auto, wo wir Sharon wieder trafen, düsten wir noch 30 min. zum Reitstall. "Zu Hause" angekommen, fütterten wir in 20 min. alle Pferde. Danach hat jeder für sich Abend gegessen und wir sahen uns den 2. Teil von Harry Potter an. An dieses tägliche Essen zubereiten muss ich mich erst gewöhnen. Ich stamme aus einer Gastronomiefamilie und da gibt es immer gutes Essen.

05.11. Ein interessanter Sonntag

 

Heute war es nicht ganz klar, was wir machen.

Um 7:30 hieß es auf einmal: "Sei bitte in 20 min. im Stall." Okay gesagt, getan. Wir fuhren mit 3 Pferden in den Equestrian Club. Das ist ein riesiges Gelände mit einem großen Vielseitigkeitsplatz und riesigen Graspringplätzen. Dort fand eine Art "Trainingsturnier" statt. Ich fotografierte die anderen beiden Mädels, da wir Verkaufsfotos brauchten.

 

Es war sehr interessant alles zu beobachten und zu sehen wie das am anderen Ende der Welt so abläuft. Dort waren einige Pferde von Anfängern, aber auch Olympia-Reiter. Unsere Pferde waren sehr brav. Ich habe festgestellt, dass es bei uns zu Hause eigentlich nicht viel anders ist. Pferde sind halt überall Pferde;). Interessant war nur, dass die Pferdeanhänger komplett anders ausschauen und die Besitzer anders mit den Pferden umgehen. Zum Beispiel ist es hier normal die Pferde am Anhänger anzubinden oder in eine Minikoppel (bestehend aus 4 Holzpfosten und einen Strick) zu stellen. Die Pferde werden auch bei 40 Grad zugedeckt, damit sie nicht ausbleichen und die Decken haben einen kühlenden Effekt.

 

Danach brachten wir wieder die Pferde auf ihre Koppeln und fuhren in ein Reitsportgeschäft. Das Highlight für jeden Reiter. Es sind ziemlich die selben Marken wie zu Hause und preislich auch sehr ähnlich. Ich habe eine neue, sehr interessante Marke entdeckt. (Dublin)

 

Am Nachmittag, so gegen 16:00, fütterten wir die Pferde und ich fuhr zum ersten Mal mit dem Auto (Linksverkehr) und dem Quart.

 

Als alle Pferde versorgt waren, aßen wir noch Abend und ich ging etwas früher schlafen, da ich ziemlich verkühlt war.

In der Nacht gab es so starke Regenschauer, dass man kaum schlafen konnte, da die Häuser in Australien sehr dünne Wände haben.

 

#fact of the day# In Australien bestehen die Häuser aus Plastikverschalungen, welche kaum gedämmt sind. Daher ist es im Haus immer sehr kalt/warm. (Je nach Wetter)

06.11. Mein erster richtiger Arbeitstag

 

Wecker 07:30. Wir wollten um 08:00 die Pferde füttern, jedoch hat es so stark gehagelt, dass wir 15 Minuten später beginnen mussten. Nach dem Füttern haben wir auch schon die ersten 4 Pferde geholt.

 

Den ganzen Tag ritt ich verschiedene Pferde. Mein Erster war ein 6-jähriger Schwimmelwallach namens O'Kan. Er stand 2 Monate auf der Koppel herum. Anfangs war er recht flott, wurde aber sehr schnell, sehr faul. Er war relativ stabil im Genick gegen Ende, jedoch hatten wir Probleme mit dem Angaloppieren. Das 2. Pferd war ein 6-jähriger Fuchswallach namens Mondo. Dieser stand ebenfalls 2 Monate auf der Koppel. Er war relativ konstant im Genick, ein bisschen besser als O'kan und leichter im Galopp. Als 3. ritt ich eine 6-jährige Fuchsstute namens Cancan. Sie soll ein gutes Springpferd sein. Sie war etwas schwer durchs Genick zu bekommen, aber mit ein bisschen Muskelaufbau kann man da schon etwas machen.

 

Danach fütterten wir Mittag und hatten selber Mittagspause.

 

Nach der Mittagspause ritt ich Manny. Diesen ritt ich auch schon am Freitag. Heute gingen wir auf den Dressurplatz. Ich habe ihn ein bisschen getestet. Er ist A fertig und L angefangen. Schulter herein klappt sehr gut und wir haben heute Krupp herein geübt. War ein großer Spaß, da er sehr gut zu sitzen ist. Als letztes ritt ich eine 8-jährige Fuchsstute. Sie war so hart im Maul. Ihr Galopp könnte für Springen recht brauchbar sein.

Nachdem alle Pferde wieder auf der Weide waren, kamen die alltäglichen Arbeiten, wie Stall kehren/waschen und füttern.

 

#fact of the day# In Australien dreht man Verschlüsse in die andere Richtung und das Wasser rinnt auch spiegelverkehrt in den Abfluss.

 

Am Abend schrieb ich sehr viel mit Freunden von zu Hause. Fazit: Ich hätte es mir etwas "professioneller" hier vorgestellt. Der Reitstall ist wirklich sehr schön, leider hatten sie in letzter Zeit zu wenige Mitarbeiter und daher haben die Pferde sehr viele Muskeln verloren. Ich habe eine Person, die ich jederzeit fragen kann, jedoch leider nur vorm Turnier einen Trainer. Aber ich glaube, dass es der perfekte Stall ist, um in diesen Job und die Sprache reinzukommen.

 

Die anderen Mädels gingen noch ins Fitnessstudio und ich blieb zu Hause, ging duschen und machte mir ein Schnitzerl.

07.11. Auf Entdeckungsritt

 

Wie auch gestern, haben wir heute um 08:00 zum Arbeiten begonnen. In der Früh habe ich beim Füttern geholfen, danach haben wir gleich geschaut ob noch alle anderen Pferde auf ihren Weiden sind. Ich war begeistert wie riesig das Areal eigentlich ist. Ich wusste zwar, dass es 100 ha sind, aber wie groß es in Wirklichkeit ist, wurde mir erst heute bewusst.

 

Nachdem ich gestern Abend etwas geknickt war, war dieses Gefühl heute wieder weg. Mir wurde so langsam bewusst, warum ich hier gelandet bin. Dieser Reitstall ist genau so ein Berg, wie ich ihn mir immer erträumt habe. Am Ende einer Straße kommt ein Berg und auf diesem Berg ist gleich am Anfang die Reithalle, der Springplatz, das Dressurviereckt, unser Haus und das Haus der Chefs und etliche ha an Weiden. Es ist einfach eine unglaubliche Landschaft.

 

Danach stieg ich auf mein erstes Pferd, Cory, mit ihr war ich zum Kennenlernen in der Halle. Als Nächstes ging ich ausreiten mit Manny und Sharon. Die Umgebung ist traumhaft! Wir sind zu einen kleinen See geritten und danach galoppierten wir den Berg hinauf.

Um 12:00 machten wir Mittagspause.

Anschließend ging ich mit O'Kan auf die Galoppbahn. Er war sehr brav und schon wesentlich weicher als am Tag davor. Anschließend machte ich ein bisschen Stangen-Arbeit mit Mondo. Er war auch schon viel weicher als gestern. Um 15:00 machten wir eine kleine Pause und sahen uns den Melbourne Cup an. Ich hatte sogar ein Pferd auf meiner Wettkarte, welche wir vom Chef bekommen haben, das gewonnen hat.

Zum Abschluss ritt ich Cancan und arbeitete dann auch mit Stangen. Sie war sehr schreckhaft wegen dem Wind.

Danach habe wir noch alles Alltägliche wie füttern, kehren usw gemacht.

 

Somit war heute Feierabend. Nur mehr Abendessen. Diesen Abend habe ich auch mit meiner Mama telefoniert.

08.11.

 

Heute Morgen wurden die Pferde gefüttert, daher konnten wir gleich um 08:00 mit dem Reiten beginnen. Ich ritt gleich in der Früh ein neues Pferd, Pelar. Eine etwas zu dicke Fuchsstute. Ich ritt mit ihr in der Halle und sie war sehr brav. Man muss schauen wie sie sich entwickelt. Danach entdecke ich eine Apfelschimmelstute auf der Koppel namens Elle. Sie ist sehr scheu Menschen gegenüber und lässt sich nur sehr schwer fangen. Nach 30 Minuten hatte ich sie dann endlich gefangen. Ich longierte sie in der Halle. Das habe ich mir allerdings auch leichter vorgestellt. Alle Kommandos haben dann ja doch einen anderen Name. Irgendwie hat es dann doch ganz gut funktioniert und sie wurde immer braver. Am Ende konnte ich sie problemlos überall berühren. Anschließend haben wir eine Reihe in der Halle aufgebaut, welche ich gleich einmal mit Manny gesprungen bin. Er war sehr brav, lässt aber leider immer seine Beine hängen.

Um 12:00 hatten wir wieder Mittagspause. In dieser fuhren wir einkaufen.

Danach ritt ich mit O'Kan die Reihe. Er hat es sehr gut gemacht. Mit Mondo war ich ausreiten. Er war sehr schnell aus der Puste. Zum Abschluss sprang ich die Reihe noch mit Cancan. Sie hatte sehr viel Spaß dabei. (ich auch :P)

 

Mein Handy funktioniert leider immer noch nicht und mein Steißbein tut mehr weh als ich erhofft hatte. (Habe es mir vor 3 Wochen geprellt)

09.11.  Silver Hills

 

Heute Vormittag fuhren wir mit den Pferden zu einem Trainingscenter, ähnlich wie die Ameiswiese in Wien, wo ganz viele verschiedene Cross-Country Sprünge waren. Ich konnte leider kein Pferd mitnehmen, da ich keine Schutzweste hier habe. Daher habe ich die anderen beiden Mädels fotografiert.

Nach der Mittagspause ritt ich mit Manny Dressur. Das war ganz okay. Danach ging er zum Hufschmied. Devon und ich brachten zwei Zuchtstuten hinunter auf eine Koppel mit zwei anderen Stuten und holten gleich zwei weitere Zuchtstuten, um sie von der Tierärztin durch-checken, und als Warmblut registrieren zu lassen. Danach ging ich mit Cancan auf die Galoppbahn. Sie wollte Anfangs ausschließlich galoppieren, wurde dann aber immer braver und hörte auf mich.

 

Zur Feier des Tages funktionierte mein Handy endlich!! Das mit dem Englisch und kommunizieren wird auch leichter.

10.11.

 

Dieser Freitag begann mit einer kleinen Safari alias Koppelcheck, ob noch alle Pferde da sind. Wir fuhren mit dem Quart über alle Koppeln und Sharon zeigte mir auch noch eine weitere Ausreitstrecke. Auf dieser sah ich mein erstes Kangaroo, einen Fuchs und eine Schildkröte.

Danach ritt ich Dressur mit O'Kan. War leider nicht sehr gut, weil ich den Fliegenspray vergessen habe. Danach war Mondo dran. Der überraschte mich positiv. Anschließend habe ich zum ersten Mal alleine Mittag gefüttert.

 

Nach der Mittagspause longierte ich Elle, mit Ausbindern, welche schon sehr viel braver war und ritt Pelar, welche mich überraschte. Sie ging so gut am Zügel, dass wir probieren mit ihr bald aufs Turnier zu fahren.

Am Ende konnte ich sogar noch mit Manny auf die Galoppbahn und dann übte ich Trabtritte/Galoppsprünge verlängern/verkürzen. Trab war der Hammer! Galopp ging am Ende auch ganz gut. Nachdem wir den Stall geputzt haben war Feierabend.

 

Nachdem es Freitag ist, hieß es Harry Potter Abend.

11.11. Weekend

 

Langsam realisiere ich, dass ich einem "normalen" 8am - 5pm Job habe, wo man auch an Wochenenden frei hat. (dachte ich zu dieser Zeit noch - änderte sich im laufe der Zeit! :P) Fühlt sich sehr erwachsen an. Ein bisschen im Sinne von "normaler Tagesablauf", wie eben der Großteil der Menschen arbeitet (08:00-17:00).  - Bisher hatte ich keine fixen, sonder sehr unterschiedliche Arbeitszeiten. Da ich aus der Gastronomie komme, war es für mich auch selbstverständlich  an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten.

 

Nachdem ich um 09:00 aufstand, aß ich mein Frühstück, bestehend aus einem dunklen Brot (Ja, ich hab eines gefunden! <3) und einem sehr geilen Avocadoaufstrich. Danach fuhr ich zum ersten Mal auf der Straße mit Linksverkehr. (Alle Personen + das Auto sind noch unversehrt) Sharon und ich gingen schwimmen. War sehr gut! Danach gingen wir einkaufen. Es gibt hier so viele, coole Sachen und langsam komme ich an und realisiere mein "neues" Leben. Ja ich muss selber Kochen und das jeden Tag :o Mittlerweile hab ich meine Erstausstattung von Öl, Salz,... und ich muss sagen Lebensmittel sind ganz schön teuer.

 

Danach fuhr ich mit Devon nach Macather ins Shoppingcenter. Sie erledigte ein paar Wege und ich konnte Alles erkunden. Ich fand ziemlich coole Shops. Zum Beispiel Typo - ein Shop, welcher nur Kalender und Tagebücher hat.

 

Danach habe ich mal einige Personen zu Hause am Laufenden gehalten.

 

Am Abend haben wir uns noch "Bad Mom's" im Kino in Macather angeschaut. War ein sehr lustiger Film und vorallem interessant zu sehen wie ein Kino in anderen Ländern/Kontinenten aufgebaut ist. Self-Service bei Popcorn und Co. Die Werbungen sind auch kaum von riesen Firmen, sondern sehr viele von eher kleineren, welche anschließend eine Telefonnummer haben. War sehr interessant!

 

 

12.11.

 

Heute hatten wir einen richtigen Sonntag. Wecker um 09:30, danach mal Wäsche waschen und ganz gemütlich aufstehen. Um 10:30 sind wir zur K-Ranch gefahren, wo ein Rodeo statt fand.

Das Rodeo war ganz nett. Es wiederholten sich die Showacts leider öfters, aber es war trotzdem sehr spektakulär. (Ich unterstütze nicht alles, was man auf den Bildern sehen kann!) Man kann es dann doch nicht mit einem Rodeo in Kalifornien vergleichen.

 

Um 17:00 mussten wir unsere Pferde füttern und danach war ich noch in Bewegungslaune. Daher ging ich noch zwei Runden auf der Galoppbahn laufen, genoss die Landschaft und die Jungpferde. Danach räumte ich mein Zimmer ein bisschen zusammen. Zum Abendessen bestellten wir bei Dominos.

 

 

13.11.

 

Das Morgen-feed-up habe ich heute mit Sharon gemacht. (ziemlich alleine und sie hat überprüft ob es so passt) Danach begann ich diese Woche mit Mondo und O'Kan. Mit beiden war ich am Springplatz und habe Trab/Galopp Stangen gemacht. Sie waren beide sehr aufmerksam und konzentriert und konnten die Übungen sehr gut umsetzen. Danach habe ich alleine Mittags gefüttert.

Nach der Pause, in welcher ich mir einen sehr guten Wrap gemacht habe, ging ich mit Manny auf die Galoppbahn. Er war sehr gestresst, da er immer zu einem anderen Pferd wollte, aber wir konnten doch einiges galoppieren. Danach holte ich Elle und Pelar. Elle hat sich heute innerhalb einer Minute fangen lassen. Mit Pelar ging ich auf die Galoppbahn und ich war sehr überrascht wie flott sie doch ist, da sie sonst eher zach ist. Elle longierte ich als erstes mit Sattel und sie war so brav, dass ich danach noch aufstieg und ein bisschen mit ihr trabte. Ein Wahnsinn wie viel mit ihr schon innerhalb 3 Tagen voran ging! Nachdem alle Pferde wieder auf der Koppel waren, konnte ich den Stall wieder mit der Windmaschine auspusten. (Macht riesen Spaß!)

 

Mittlerweile ertappe ich mich immer öfter dabei in Englisch zu denken und verstehe mittlerweile auch alles! :)

 

Am Abend habe ich noch ausgiebig mit Mama telefoniert. Nachdem die Mädels noch ins Fitnesscenter fuhren. habe ich mir sehr gute Fleischlaberl gemacht, dabei die Musik ganz laut aufgedreht und einfach mal ein bisschen die Zeit für mich genossen. Danach gabs noch Muse au Chocolate. Die Australier wissen echt, was sie mit Schokolade anfangen können <3

14.11.

 

Heute Vormittag nutzen wir um wieder alle Jungpferde zu bewegen. Ich ritt als erstes Wow. Er geht brav Vorwärts, geht jedoch sehr gegen den Zügel. Danach holten ich Hannah und Keely. (Jungpferde tauschen ist eine Wanderung von insgesamt 35 Minuten bergauf/ab) Hannah ist eine Stute die sehr gern gegen den Schenkel ausschlägt. Hat sie jedoch heute gar nicht gemacht! Keely ist eine ganz spezielle Stute. Sie war das beste Pferd von allen, bis ein Mädchen von ihr fiel. Seitdem ist sie sehr schreckhaft & buckelt viel. - genau mein Fall - Sharon longierte Keely, während ich auf ihr saß. Als wir antrabten, buckelte sie aus dem Nichts los und ich fiel hinunter. Nach ein bisschen longieren und der Montage eines Anhalteriemens, ging Versuch Nummer Zwei los. Am Ende konnte ich im Aussitzen auf ihr traben.

Nach der Mittagspause ritt ich mit Manny Dressur und übte Teile der Aufgabe fürs Turnier. Mit Cancan sprang ich, sie war sehr motiviert, und mit Mondo probierte ich auch zu springen, aber man merkt, dass er das noch nicht ganz so oft gemacht hat. Da ich richtig motiviert war, ging ich auch noch mit O'Kan auf einen kleinen Ausritt (alias Hack) mit ein paar Baumstämmen und Autoreifen.

 

Am Abend telefonierte ich mit Vera <3 und fotografierte den Sonnenuntergang. Die anderen Mädels kamen nach einiger Zeit auch dazu und wir gingen noch auf Kangaroosuche. Wir haben leider nur ein Wallaby getroffen. (Aber immerhin!)

15.11. Heute habe ich das Frühstuck (feed up) zum ersten Mal alleine gemacht. - Ach ich liebe unser Quart! Es ist jedes Mal eine kleine Safari. Heute war ich in Dressurlaune. # Ich begann mit Cancan. Sie war im Trab sehr gut und auch der Galopp wurde mit der Zeit besser. Leider beginnt sie manchmal aus dem nichts den Kopf hoch zu schlagen und macht dabei ein Hohlkreuz. # Elle bin ich zum ersten Mal ohne Ablongieren geritten und das mit einem anderen Pferd in der Halle. Sie war super brav! # Mit Manny hatte ich meine erste australische Reitstunde. Unsere Trainerin heißt Kate und sie kommt mit ihrem Vater. (Wegen ihrem ein Monate alten Kind) Beide waren schwer begeistert von mir mit Manny. Ich bekam sehr viel Lob und sie konnte mir auch 2-3 gute Tipps geben. # Mondo war leider etwas aus dem Gleichgewicht heute, aber sehr stabil im Genick. Er hat leider eine sehr schlechte Kondition. # Weiter ging es mit Pelar. Sie kann ganz gut gehen, man muss aber leider richtig viel dafür machen. # Abschließend ritt ich O'Kan, welcher mich überraschte. Er konnte sich heute fast die ganzen 30 Minuten konzentrieren. (Er kann manchmal sehr kindisch werden.) Nachdem ich wieder eine Stunde später fertig war, fand ich plötzlich zwei Hunde. Wir kümmerten uns um sie (ja wir schmuggelten sie auch in unser Haus :P) bis ihre Besitzer sie abholten. Abends habe ich mir Schinkenfleckerl gemacht, welche sehr gut waren. Langsam komme ich in den Rhythmus vom "alleine leben".

16.11.

 

Vormittags habe ich mich wieder einmal meinen Breakers gewidmet. Ich weiß noch nicht ganz ob mir die Arbeit mit den ganz jungen Pferden Spaß macht. Unsere "rohen" Pferde sind mittlerweile 5 Jahre alt und es wird jetzt zum 3. Mal begonnen mit ihnen zu arbeiten. Jedes Mal andere Mädels und diese Pferde sind natürlich frech und noch kindlich. Meine ersten beiden waren ganz okay - Trab und Schritt im Sattel funktioniert ganz gut, Galopp nur an der Longe ohne Reiter. Das 3. Pferd war wieder Keely. Sharon longierte mich wieder. Diesmal buckelte aus dem Nichts im Schritt Vollgas los. Mein Anhalteriemen riss ab und somit machte ich erneut eine Ar***bombe. Jejj - ich intelligentes Wesen habe mir nämlich mein Steißbein zwei Wochen vor Australien geprellt, welches sich über solche Aktionen natürlich sehr freut. - Naja ab jetzt wird mit diesem Pferd wohl noch einmal von ganz vorne am Boden begonnen.

 

Nachmittags half ich unserem Hufschmied beim Pferde halten, da die Pferde ihre Hufe gleich in ihren Feldern gemacht bekommen.  Sogar die Eisen sehen anders aus als bei uns zu Hause. Am Abend kühlte es ganz schön ab und wir hatten nur mehr 15 Grad. Das bedeutet, dass wir die dickeren Decken auf die Pferde geben müssen. In einer fanden wir eine Babyspinne.

 

Abends waren wir noch beim Aldi/Hofer einkaufen. - Ja so etwas gibt es hier auch und sie haben sogar ziemlich die selben Produkte.

17.11.

 

Heute Vormittag habe ich einmal alle meine Pferde longiert, da ich mein Steißbein ganz schön spüre. Am Nachmittag bin ich die Aufgabe für das Turnier mit Manny geritten, welches sehr gut klappte.

 

Danach hat unser Hengst Fieber bekommen, da er sich mit einem Virus angesteckt hat. Bei diesem haben wir eine Erstversorgung mit Koffein gemacht und den Tierarzt gerufen, da er doch sehr hohes Fieber und einen hohen Puls hatte.

 

Abends entspannte ich in der Badewanne, da ich einen riesen Muskelkater von diesen vielen Hügeln und meinen Stürzen hatte. War sehr angenehm!

18.11 Chillout

 

Heute ist Samstag, das bedeutet day off.

 

Wir haben ganz gemütlich ausgeschlafen und ich bin bis um 11:00 im Bett "vergammelt" (habe begonnen meine kommende Reise zu planen). Danach gab es ein richtig geiles Frühstück mit Ham & Eggs und Avokadoaufstrich Toast.

Um nicht ganz so faul zu sein, gingen wir auch noch eine Stunde im nahe gelegenen Schwimmbad schwimmen.

Danach zöpfelten wir die Pferde, putzten die Sättel und richteten alles her.

 

Also ein ganz gemütlicher Tag. Aber das musste auch mal sein. Ich muss sagen, dass dieser Job echt anstrengend ist! Vorallem diese ewig weite Landschaft ist wirklich beeindrucken, aber man wandert da auch mal 30-40 Minuten um ein Pferd auf die Koppel zu stellen und das Nächste wieder zu holen.

19.11. competition day

 

Der Wecker läutete heute um 06:30 - ich bin selten so spät für ein Turnier aufgestanden. Danach haben wir die Pferde von der Koppel geholt und in innerhalb 20 Minuten waren sie schon auf dem Anhänger.

 

Als wir mit unseren 5 Pferden am Turnierort ankamen hieß es für mich einmal warten. Da die Anderen als Erstes mit ihren ersten 2 Pferden die leichteren Prüfungen starteten. Es war sehr interessant währenddessen alles zu beobachten.

Ich konnte dann um 11:30 endlich selber aufsteigen. Mein Pferd heißt "PPP Spring Lark" alias Manny. Ich startete mit ihm als erstes die schwerere Prüfung (Novice 2:3). Ich war gar nicht nervös, meine einzigen Bedenken waren, dass ich mich verreite. Manny hat seinen Job wirklich gut gemacht. Ich hätte ihn etwas besser vor den Lektionen vorbereiten können. Wir endeten am 6. Platz.

 

Nach einer 30 minütigen Pause und erneutem kurzen abreiten, in dem ich noch einmal die Verlängerungen übte, ritt ich meine 2. Prüfung. (Novice 2:2) Da Manny ein sehr leichtrittiges Pferd ist, konnte ich mich sehr gut auf die feine Einwirkung und meinen Sitz konzentrieren. Ich habe diesmal versucht alle Fehler aus der vorherigen Prüfung zu verbessern. Ich glaube es hat ganz gut funktioniert. Ich hatte ein super Gefühl und bekam auf unseren Galoppverlängerungen sogar eine 8,0 und wir endeten mit 67% auf dem 2. Platz. Die Besitzer sind sehr stolz auf unsere Leistung und ich freue mich schon auf das nächste Turnier.

 

Fazit: Es ist Alles anders als zu Hause ;D

# Die Richter sitzen in ihren Autos und Hupen zum Einreiten.

# Man reitet die Aufgabe auswendig und sie sind ganz anders ausgebaut als zu Hause.

# Die Schleifen schauen ganz anders aus und es gibt leider keine Siegerehrung.

# Die meisten reiten ohne Trainer ab.

# Du weißt 5 Tage vorher deine Startzeit.

# Sie checken dich, deine Ausrüstung und dein Pferd genau ab. Sie messen sogar Gerte & Sporen nach.

# Die Trailer sehen ganz anders aus und die Leute haben einen viel lässigeren Umgang mit den Pferden. (z.B. wir hängen die Pferde am Trailer an und die kann man auch schon mal eine Stunde mit ihrem Heunetz dort stehen lassen.

 

Danach fuhren wir wieder nach Hause und bestellten zur Feier des Tages ganz ungesund bei Dominos Pizzeria. Als Dessert gab es leider meine letzte Mozartkugel, welche ich von einer ganz lieben Schülerin mitbekam.

20.11. casual monday

 

Heute war ein normaler Arbeitstag. Manny hatte frei und ich konnte meine 5 anderen Pferde bewegen. Am Ende hatte ich sogar noch Zeit für meine zwei Jungpferde. War sehr angenehm.

 

Ich habe heute mal interessehalber den ganzen Tag mein Handy bei mir lassen (wegen dem Schrittzähler) und musste feststellen, dass ich 26.500 Schritte - 18km  gegangen bin - und ich wundere mich warum ich Abends immer so müde bin... ;)

Am Abend gingen die Mädels noch ins Fitnesscenter und ich habe auf der Terrasse im Sonnenuntergang meinen Abend genossen. Nach einiger Zeit bekam ich von einem Wallaby Gesellschaft. War recht witzig.

21.11.

 

Nachdem wir am 03.12. mit den jüngeren Pferden aufs Turnier fahren, übten wir heute Morgen das Verladen. War sehr interessant! Wir nahmen Manny als "Vorzeigepferd" und stellten ihn auf den Trailer. Für die "Babys" nahmen wir eine "Brücke" - ein Schnürdl" - welches wir von der Krupp über ihre Hinterbeine legten. Dadurch konnten wir von Hinten Druck machen, wenn sie nicht wollten. Es waren alle sehr brav und gingen gleich auf den Hänger.

 

Danach konnte ich noch 5 Pferde reiten. Waren alle brav!

22.11.

 

Bei Pferden ist es wie bei Menschen. Manche Menschen haben ihre Periode und merken es kaum und bei manchen ist es genau das Gegenteil. Bei Pferden ist es nicht anderes. Ich habe eine Stute (Cancan) welche einen riesen Aufstand macht, wenn sie rossig ist. Daher waren die letzten Tage nicht gerade leicht, aber heute war es zum Glück schon deutlich besser.

 

Mit den jungen Pferden gingen wir heute wieder auf den Hänger und haben diesmal sogar schon die Absperrung geschlossen und den Motor gestartet. War für Niemanden ein Problem. Danach ritt ich noch 5 weitere Pferde und konnte ein bisschen Longiertraining mit meinem "Problembreaker" machen.

 

Am Abend gingen die Mädels noch ins Gym und kamen mit einer größeren Couch für mich nach Hause. Bis jetzt hatte ich nur einen Sessel. Die Nachbarn haben ihre alten Sachen vor die Haustüre gestellt, da diese am nächsten Tag abgeholt werden sollten. Daher gingen wir noch ein bisschen stöbern und haben auch noch einen Griller gefunden. War eine sehr witzige Aktion.

 

Am Abend brachte mich Sophia auf den neuesten Stand von zu Hause. <3

23.11.

 

Heute Morgen haben wir die jungen Pferde wieder auf den Hänger gestellt und sind eine Runde durch die Nachbarschaft gefahren. Ich bin bei der ersten Runde hinten als "Babysitter" gestanden und ich muss sagen, dass so ein Anhänger richtig laut ist. Ich hätte als Pferd Angst in so etwas. Des Weiteren habe ich einige neue Nachbarshäuser gesehen. Hier dürfte so ein Viertel für reiche Leute sein, wo sich jeder selber verwirklicht. Ich habe einen Tennis-, einen Fußballplatz, Agillitypacours für Hunde, Pferde, Rinder, Lamas, Gänse und vieles weitere in verschiedenen Gärten gefunden. Ist eigentlich ganz witzig.

 

Danach ritt ich noch 4 Pferde. Nach der Mittagspause fuhr ich mit unserem Hufschmied mit auf die Felder um den Pferden dort die Hufe zu kürzen. Unser Hufschmied war früher selber ein erfolgreicher Reiter und ist in der Zucht sehr aktiv. Durch ihn habe ich erfahren, dass Australien erst ein sehr junges Land ist, was die Pferdezucht betrifft. Sie haben selber eine "ältere" Rennpferdezucht. Heutzutage nehmen sie Warmblüter (meistens deutsche Hengste) und kombinieren diese mit ihren Vollblütern, um gute Vielseitigkeitspferde zu bekommen.

Unser Stall hat Anfangs Appalooser aus den USA importiert, diese mit Arabern und deutschen Warmblütern kombiniert und auf diese Weise Vielseitigkeitspferde gezüchtet. Teilweise sind ganz gute Dinge dabei heraus gekommen.

 

#fact of the day# Australier decken ihre Pferde immer mit ganz dünnen, weißen Decken zu. Diese kühlen wenn es zu warm ist, verhindern das Ausbleichen der Rappen und Braunen und sind ein idealer Fliegenschutz.

 

Am Abend fuhren wir ins nächste Shoppingcenter und kaufen ein Pool, da es heute viel zu warm war.

24.11.

 

Heute ritt ich wieder 5 Pferde. Es war ein wunderschöner Tag mit richtig gutem Wetter und aus dem Nichts begann es zu schütten.

 

#fact of the day# In Australien kann man keinem Wetterbericht glauben. Das Wetter macht, was es möchte und es kann sich innerhalb 5 Sekunden komplett verändern. Kann sehr positiv, aber auch negativ sein.

 

Am Abend fuhren wir noch mehr Schokolade kaufen. Diese ist hier einfach viel zu gut. :D (Ja ich habe auch sicher schon ein oder zwei Kilo zugenommen)

25.11.

 

Heute startete Devon auf einem Vielseitigkeitsturnier. Ich konnte leider nicht starten, da ich nicht genug Zeit hatte meine Pferde  aufzubauen.

 

Es war ein normal großes Turnier, was in Australien bedeutet: 370 Starter.

War richtig interessant, da es schnell abläuft. Heute war nur Springen und Dressur, da am nächsten Tag die Geländeprüfungen waren. Dressur wurde auf 7 verschiedenen Vierecken und Springen auf 2 verschiedenen Plätzen ausgetragen. Gemeinsam schauten wir uns die Geländestrecke an, welche unglaubliche Ausmaße hatte. Sehr schön und gepflegt ist das Gelände auch!

Turnier bedeutet auch immer gutes Essen. Hier gibt es auf jedem Turnier bacon & egg rolls. Das sind weiche "Semmeln" gefüllt mit Spiegelei und gebratenem Speck. - Ich liebe es!

 

Was auch sehr interessant war, dass sehr viele, noch recht junge Kinder mitgemacht haben. In Australien probiert man vorallem junge/Amateur- Reiter zu fördern und aufs Turnier zu bekommen.

 

Nachdem Turnier haben wir unser Pool aufgebaut, die Sonne genossen und ich habe noch Kokosbusserl gebacken :D

26.11.

 

Heute war ein sehr gemütlicher Sonntag!

Die anderen fuhren wieder aufs Turnier und ich fuhr shoppen. Die Australier haben einen echt tollen Kleidergeschmack und sind extrem freundlich! Ich habe ein Geburtstagsgeschenk für eine sehr gute Freundin und einige Weihnachtskarten verschicken können. :)

 

Zu Mittag habe ich mir Sushi gegönnt. <3

 

Danach stand Pool und Sonne auf dem Programm.

27.11.

 

Heute Morgen habe ich das feedup gemacht, was bedeutet eine Stunde Quart fahren. - Ich liebe es!

 

Danach haben wir alle 7 Zuchtstuten zusammen aus ihren Feldern lassen. Das bedeutet, dass diese jetzt frei im ganzen Areal herumlaufen können. Somit haben sie mehr frisches Gras und sind näher beim Stallgebäude.

 

# fact of the day # Wenn Australier sagen "Wir wollen langsam wieder anfangen dies oder das zu machen", passiert es innerhalb der nächsten zwei Tage. Sie planen nie lange Voraus. (Wir bekommen meistens einen Tag vorher oder am selben Tag den Plan)

 

Danach haben wir ein Pferd auf der Koppel gefunden, welches sich seine halbe Fessel abgeschnitten hat. Dies versorgten wir noch. War eine ziemlich blutige Angelegenheit.

 

Da die Stuten jetzt im ganzen Areal herumlaufen dürfen, laufen sie auch bei unserem Haus vorbei. Abends beim Schlafen gehen habe ich sie vor meinem Fenster beim Grasen beobachtet. Das war ein kitschiger Anblick. Ich fühle mich ein bisschen wie bei einem Reiterlager für Erwachsene.

28.11.

 

Gleich in der Früh haben wir alle Jungpferde, welche am Wochenende ihr erstes Turnier gehen sollen, verladen und auf eine fremde Wiese gebracht, wo wir sie dann geritten sind. Meine Beiden waren braver wie erwartet!

 

Heute kam dann auch zum ersten Mal der Tierarzt und hat die Zuchtstuten abgescannt, um zu schauen wie weit sie rossig sind / wie groß ihr Follikel ist. Ein paar Pferden konnten wir auch schon das PG impfen um die Rosse anzutreiben. Ich muss sagen, dass es eine kleine Herausforderung ist das Alles in Englisch zu verstehen, aber es funktioniert. Unser Tierarzt ist sehr nett und erklärt uns 3 Mädels alles ganz genau.

29.11.

 

Dieser Tag entpuppte sich als ein sehr produktiver! Ich konnte 6 Pferde reiten. Unter anderem hatte ich auch wieder eine Reitstunde bei unserer Trainerin. Sie war schwer begeistert wie sich mein Pferd (Mondo) bei mir entwickelt hat und konnte mit noch ein paar Tipps für das Turnier geben.

Danach konnte ich meine schüchterne Stute zum ersten Mal draußen reiten. Wir konnten sogar ein bisschen galoppieren.

 

Abends kaufte ich mir einen Schoko Adventskalender um ein bisschen in Weihnachtsstimmung zu kommen. Ich muss sagen mit unseren 25 Grad und Sommerstimmung fühlt sich das ein bisschen falsch an. In Australien merkt man noch nichts von Weihnachten, was ich ein bisschen schade finde.

 

Abends haben wir noch zusammen gepuzzelt.

30.11. & 1.12.

 

An beiden Tagen konnte ich nur 4 Pferde reiten, da wir wieder weitere Pferde abgescannt und vorbereitet haben. Mittlerweile kommt Routine hinein und die Pferde gewöhnen sich auch daran. Wir 3 Mädels haben auch das Impfen gelernt, damit der Tierarzt am Samstag nicht kommen muss. - Sehr spannend!

 

Die Mittagspause verbrachten wir mit Eis im Pool, da wir die 30 Grad erreichten! - Sehr angenehm dieser kleine Luxus :)

 

Nachmittags habe ich noch eine Trainerstunde mit meinem anderen Jungpferd fürs Turnier gehabt. Die Stute, welche in ihrer Rosse sehr anstrengend ist. Auch bei ihr habe ich einige gute Tipps bekommen, um sie aufmerksam und bei Laune zu halten.

 

Freitag Abends waren wir in unternehmerischer Laune und fuhren noch Abendessen.

02.12.

 

Heute haben wir frei und gutes Wetter - Juhu - Daher fuhren Devon und ich zu den sogenannten "Mermaid-Pools". Dort angekommen kletterten wir einmal eine Stunde über Steine und Felsen - genau meins :D Danach fanden wir das "Pool". Wir mussten einen ca 10m hohen Felsen hinunter springen, um ins Wasser zu kommen. - kostete mich mehr Überwindung als damals mit 17 - Da das Wetter eher bewölkt war, waren wir dort allein, was das ganze noch mystischer machte. Der schwierigste Teil war es wieder aus dem ganzen raus zu kommen. - sehr glitschige und steile Felsen!

Aber es hat sich voll ausgezahlt! War ein echt tolles Erlebnis!

 

Danach fuhren wir wieder in den Stall, um die Zuchtstuten zu verpflegen und unsere Pferde fürs Turnier herzurichten.

 

Abends erkundeten wir noch einen Weihnachtsmarkt, welcher Typisch für Australien, draußen statt fand. Leider fiel der ins Wasser, da es endlich regnete. Daher gingen wir gut Pizza essen :)

 

#fact of the day# Australier machen aus regen ungefähr die selbe Katastrophe wie Wiener bei Schnee

03.12.

 

Der Wecker klingelte um 03:45, da wir 3 Stuten soweit haben, dass sie heute besamt werden können. Der Tierarzt kam 30 Minuten zu spät, wodurch wir ein bisschen in Stress kamen, da wir aufs Turnier mussten. Die Pferde waren noch sehr verschlafen und daher sehr brav und der Tierarzt konnte uns wieder alles genau erklären.

Da mein 1. Start um 08:00 war, fuhren Sharon und ich aufs Turnier. 07:35 Ankunft, 08:00 Startzeit und mein Pferde quasi "frisch vom Feld". Nach 8 minütigem abreiten ritt ich in die Prüfung, welche überraschenderweise echt gut war! Wir wurden 3. von 15 Pferden. Danach ging es schnell auf mein 2. Pferd (ebenfalls "frisch vom Feld") - Startzeit 08:40. Sie stellte sich sehr viel besser an, als alle erwartet haben. - Es wurde Platz 4.

 

Nach kurzer Pause ging es mit beiden in den nächsten Bewerb, welcher nicht mehr speziell für Jungpferde, sonder für alle war. Da sich Mondo als richtiger Showman entpuppte und während seiner Prüfung richtig zum Fliegen begonnen hat, konnten wir uns durch einige erfahrenere Turnierpferde durchsetzen und wurden sogar 4.

 

Danach konnte ich noch bei einigen anderen Bewerben zuschauen und musste feststellen, dass Australier teilweise echt nicht gut sitzen/reiten, aber ihre Pferde wirklich gut gehen! Ich wüsste ganz gern wie die das machen.

 

Abends haben wir noch 2 Flaschen Wein von der Chefin als kleines Dankeschön für unsere Leistung an diesem Tag bekommen. - War sehr gut!

04.12. - 08.12.

 

Nachdem am Sonntag ein richtig heißer Tag war, startete der Montag kühl und mit viel Regen. - sehr angenehm zwischendurch! Durch das kuschelige Wetter war es auch ein produktiver Tag mit 6 Pferden. Langsam sehe ich einen richtigen Fortschritt bei meinen Pferden. Nicht nur körperlich, sondern auch von ihrem Können her. - das gibt mir als Trainer die Bestätigung, dass ich wohl etwas richtig mache. - Ein schönes Gefühl!

 

#fact of the week# Hier haben sie in jedem Paddock einen kleinen Sumpf, somit ersparen sie sich sämtliche Tränken und die Pferde können jeder Zeit schwimmen gehen.

 

Am Dienstag spielte ich Weihnachtsengerl und schickte meiner Familie Weihnachtsgrüße nach Hause. Ein bisschen Heimweh kam dabei schon auf, daher gab es zum Abendessen Kaiserschmarren. :D - Mittlerweile ist das tägliche Kochen und die englische Sprache selbstverständlich. Ich wurde heute sogar für mein Englisch gelobt, und das von Australiern. - nachdem mir das sehr wichtig ist, macht mich dies ein bisschen stolz.

 

Mittwochs haben wir erneut die Zuchtstuten gescannt, durchgecheckt und eine weitere Stute besamt. Als der Tierarzt schon beim zusammenpacken war fanden wir eine Schimmelstute komplett blutig zwischen den Hinterbeinen. Sie hat sich beim After aufgeschlitzt und die ganzen Hinterbeine zerkratzt. Nach genauem desinfizieren nähte der Tierarzt diese Wunde.

 

Donnerstags wurde bei alle Zuchtstuten gecheckt, ob die Besamung funktioniert hat. Schaut bei allen ganz gut aus. Danach ritten wir natürlich wieder unsere Pferde, welche durch die Stuten zurzeit leider ein bisschen vernachlässigt werden.

Da es ein sehr heißer Tag war und wir jetzt einen Griller haben, gab es am Abend Barbecue. - Ich wusste nicht wie schwer es ist einen Kohlegrill zum Laufen zu bringen. 3 Mädels ohne Plan war eine witzige Geschichte. Mit Holz hatten wir dann endlich genug Hitze für unsere Burger. - Gut waren sie!

 

Freitags war reiterlich wieder spannend! Da wir nächste Woche auf ein Springturnier fahren und ich nur ein Pferde haben, welches aufs Springturnier darf habe ich heute ein neues bekommen. - Die Regel unserer Chefin mit den Jungpferden: 1. Dressurturnier, 2. Trainingsspringen, 3. Springturnier. Da wir kein Trainingsspringen mehr vor diesem Turnier gefunden haben, habe ich nur 2 Jungpferde mit Punkt 1.

Das neue Pferd ist ein weiß-gepunkteter Appalooserwallach, welcher sehr interessant ist. Er ist immer fehlerfrei, hat aber einen sehr kleinen Galoppsprung. Dies endet manchmal merkwürdig. Wird noch spannend!

Ich habe ein weiteres Pferd mit meiner Arbeitskollegin getauscht, da es nicht ganz funktionieren wollte. Ich habe dafür ein Warmblut bekommen, welches einen echt guten Trab hat, aber sehr schreckhaft ist und daher öfter buckelt.

 

Meine Familie sendet jedes Jahr eine Weihnachtskarte an Familie und Freunde, welche normalerweise ein Familienfoto beinhaltet. Die musste heuer etwas anders gestaltet werden, daher habe ich diesen Abend vor Photoshop verbracht.

9.12.

 

Heute morgen hat der Tierarzt das vorletzte Pferd besamt und mit mir gemeinsam ein weiteres geimpft. Danach sprang ich noch einmal mein neues Pferd, Johnson, was schon viel besser funktioniert hat.

 

Um 10:00 musste ich Manny vor einer Kundin vorreiten. Er war natürlich aufgeprätselt und der Stall poliert. Die Kundin war sehr begeistert, bis sie ihn angaloppieren wollte. Da sie ihm keine richtige Hilfe gab, verstand er nicht ganz, was sie wollte. Am Ende hat dann doch alles geklappt. Montags erfuhr ich dann, dass sie ihn nicht kaufen möchte.

Nachdem Manny und alles andere weggeräumt war hatte ich noch ein interessantes Gespräch mit der Chefin über die Geschichte von diesem Reitstall. Angefangen hat alles mit einem Appalooser, welchen sie aus Amerika importierten.

 

Nach einer 2 stündigen Fahrt mit Auto und Zug, stieg ich im Zentrum von Sydney aus. Von dort aus ging ich auf einen 40 minütigen Spaziergang quer durch die Stadt. Ich liebe sie! Ich ging entlang am Darling Hafen und es war so eine entspannte und tolle Stimmung! Mein Ziel war "The finders keeper Market". Ein Markt in mitten einer Halle in einem Felsen. Sehr nette Location und ein wirklich kreativer Markt, wo viele junge Künstler ihre Produkte verkauften. Danach ging ich zu "The Rocks", wo ich Sharon traf. Dort fand auch ein Weihnachtsmarkt statt. Ganz ohne Punsch, Kekse und sonstigen Lebensmittel. Es war "einfach nur" ein "Trödelmarkt" mit vielen kleinen Standerln. War sehr nett! Um das gute Wetter auszunutzen gingen wir auch noch zur Oper und Habourbridge.

 

Abends musste ich intelligentes Kind feststellen, dass die australische Sonne wirklich stark ist, da ich einen Sonnenstich bekam - jej!

10.12.

 

Let's go to the beach, beach, ...

Es ist offiziell, nach 1,5 Monaten Australien mein erster Strandtag. Wir fuhren 1 Stunde nach Wollongong. Perfekt ausgestattet mit Coolbag und Strandzelt vergammelten wir den ganzen Tag am Strand. Das Meer war sehr erfrischend.

 

Am Rückweg blieben wir noch bei einem versteckten Strand stehe, wo wir ein Pool im Meer fanden. Sehr schöne Location! Abend gegessen haben wir in einem australischen "Vapiano".

 

Das Abend-feedup mussten wir zum Glück nicht machen!

Das Highlight des Tages: Eine Freundin hat ihre Flüge gebucht und kommt im Jänner um mit mir die West- und Ostküste zu bereisen. Ab heute wird jede freie Minute genutzt, um alles zu planen.

11.12. - 15.12.

 

Diese Woche hat mit einem ganz normalen, heißen Montag begonnen, an welchem ich 6 Pferde machen konnte.Der Abend bestand aus Reise planen.

 

Dienstags starteten wir um 06:00 mit der Arbeit und endeten dafür auch schon um 13:00. Somit mussten wir nur mehr um 16:30 die Pferde füttern. Da wir die 40 Grad Marke erreichten gingen wir am Nachmittag mit den Pferde in den Dämmen schwimmen, welche mittlerweile leider auch ganz schön warm sind.

 

Am Mittwoch begann mein Tag wieder mit einer Stunde Quart fahren. - das kann nur ein guter Tag werden :P

Die Pferde waren alle brav. Es kühlte zwar ein bisschen ab aber es war trotzdem noch heiß genug, um die Mittagspause und den Abend im Pool zu verbringen.

 

Donnerstags war der wärmste Tag der Woche - 43 Grad und heiß und trocken, also der "Fahrtwind" am Pferd fühlt sich ungefähr an wie die Klimaanlage in einem frisch gestarteten heißen Auto - daher begonnen wir wieder um 06:00.

Heute sprang ich zum letzten Mal vor dem Turnier am Wochenende. Beide Pferde waren wirklich gut und ich freue mich schon aufs Turnier! Danach war es ein sehr gemütlicher Tag mit einigen Ausritten, Wasserspielen und meinen ganz jungen Pferden, welche ich gerade einreite.

Meine Reiseplanungen sind mittlerweile ziemlich weit fortgeschritten und zu Silvester gehe ich mit Jojo (der Freundin aus Wien) und meinen beiden Arbeitskolleginnen auf eine hoffentlich legendäre Silvesterparty. Daher schauten wir heute Abend einmal ins Einkaufszentrum. - Das ist hier echt toll! Man kann unter der Woche bis 22:00 und am Sonntag shoppen gehen.

 

 

Nachdem wir die ganze Woche an der Hitze gelitten haben, mussten wir heute sogar eine Weste tragen.

 

#fact of the week# Man kann in Australien keinem Wetterbericht glauben! Das Wetter schlägt hier innerhalb 5 Minuten von einem Extrem ins andere.

 

Aber ich habe dieses Wetter genossen und heute einen richtig produktiven Tag gehabt. Am Nachmittag war es dann wieder so warm, dass ich meine Pferde fürs Turnier waschen konnte. (Da das Wasser hier sowieso immer warm ist, war dies kein Problem)

Abends fuhren wir zu einem neu eröffneten Italiener, welcher richtig gute Pizzen und Risottobällchen hatte. Nach einem weiteren Cocktail fuhren wir wieder nach Hause.

16.12.

 

Heute war wieder ein freier Tag und wir nutzten diesen um wieder einmal so richtig auszuschlafen. Zum Frühstück gab es Pancackes mit Nutella :D

 

Danach fuhren wir ins Einkaufszentrum, um ein Outfit für Silvester zu finden.

 

Nach dem Abend-feedup haben wir noch den Pferdeanhänger und alles andere für das Turnier morgen hergerichtet.

17.12.

 

Wecker um 05:00, Abfahrt um 05:45. Es ist schon toll, wenn man genau neben der Pferdekoppel wohnt! Nach einer ein stündigen Autofahrt sind wir in dem verhältnismäßig kleinen Reitstall angekommen.

 

#fact of the day# Alles unter 3 Stunden Autofahrt gilt als kurz in Australien. Die Größenverhältnisse sind hier ein bisschen anders.

 

Dort waren 2 Felder abgesteckt. In dem einem waren alle Bewerbe von 45cm bis 95cm und in dem anderen von 100cm bis 130cm.

Es gab in keinem Bewerb eine Startliste, sondern man konnte starten, sobald man feritg abgeritten ist. Dies ist bei mehreren Pferden in einem Bewerb sehr praktisch! Weiteres gibt es in jedem Bewerb ein "Jump-off". Das bedeutet, sobald man im Pacour keinen Fehler hat, wird die Glocke geläutet und man reitet sofort das Stechen.

 

Mein erster Bewerb war ein 65cm Pacour mit Johnson. Da er noch sehr jung ist und es sein erstes Springturnier ist starteten wir sehr niedrig, zu Huase trainierten wir auf 90 cm. Er war sehr guckig und ängstlich. Darum konnten wir kein richtiges Grundtempo finden und haben viele Stangen mitgenommen. Der 2. Pacour war 75cm. Da er schon den Platz kannte, konzentriere er sich auf die Sprünge. Meiner Meinung nach war es optisch und technisch von der Leistung okay, aber es hätte besser sein können. Er hat trotzdem sehr gut aufgepasst und wir waren ohne Fehler. Somit konnte ich mein erstes Stechen reiten. Das war ein großer Spaß! Am Ende bekamen wir den 2. Platz und ich bekam mein erstes Preisgeld!

 

Mit Manny habe ich auch den 75cm Pacour gemacht. Er war technisch ganz okay, leider hat er seine Beine hängen lassen. Als 2. Runde haben wir den 85cm Pacour genannt. Schon beim abreiten merkte ich, dass er heute einfach müde ist und kaum Ehrgeiz entwickelt. Daher hielt ich das abreiten sehr kurz. Technisch war es eine sehr schöne Runde. Die Distanzen haben alle gepasst und wir hatten einen guten Galopp. Leider hat er wieder seine Beine hängen lassen und wir hatten 3 Stangen.

 

Es war ein sehr schönes Abschlussturnier für 2017 und eine weitere interessante Erfahrung!

 

Abends haben wir noch ganz laut Weihnachtsmusik aufgedreht und Kekse gebacken.

18.12. - 22.12.

 

Diese Woche begann mit ganz vielen Nachrichten von zu Hause. In dem Reitstall, wo ich die letzten Jahre arbeitete/ reiten ging fand  am Sonntag Abend die Weihnachtsfeier statt. Ich habe ganz viele Videos und Fotos bekommen. Es sah nach einer sehr gelungenen Weihnachtsfeier aus und ein bisschen Heimweh kam da schon auf. - Danke Sabine für deine lieben Worte!

Weiter ging es mit einer riesen Überraschung! Meine Tante und mein Onkel haben mit einen Schokolade-Adventkalender und eine Zeitschrift aus Bali geschickt. Ich habe mich riesig gefreut! - Zum ersten mal wird mir bewusst, dass ich wirklich am anderen Ende bin, da dieses Paket 20 Tage Lieferzeit gebraucht hat.

Im laufe des Tage kam dann noch der Tierarzt und kontrollierte 4 Pferde. Die gute Nachricht - zwei Pferde sind schwanger und zwei leider nicht.

Mein Abend bestand darauf dieses Tagebuch zu aktualisieren, da ich etwas schlampig wurde :P

 

Dienstags haben wir wieder um 06:00 begonnen, da wir 45 Grad in der Wettervorhersage hatten. -Stimmte zum Glück nicht! Heiß war es trotzdem. In der Mittagspause führen wir zu einem nahegelegenem Fluss, welcher sehr angenehm war!

Ich bin ein Mensch, der am liebsten jeden Tag etwas anderes machen würde. Umso mehr verschiedene Herausforderungen, desto besser. Dieser Job macht riesen Spaß, ich meine wer kann schon sagen, dass er fürs reiten "bezahlt" wird? Aber trotzdem ist es mir ein bisschen zu eintönig (diese Woche Freitag kommt bisschen Abwechslung! Jejj), daher zähle ich die Tage bis zum reisen. - 10 days to go

Des Weitern haben ich heute feststellen müssen, dass ich wohl 2-3 Kilo mehr auf der Waage haben muss (oder sind es Muskeln? :P)

 

Am Mittwoch war es sogar schon um 06:00 sehr warm, darum arbeiteten wir bis 13:00 durch und mussten somit nur mehr füttern um 16:30. Vormittags arbeitete ich wieder mit meinen Breakers. Da sie so weit weg stehen hole ich sie nur 1-2 mal die Woche runter. Mittlerweile vertraue ich diesen auch schon ein bisschen mehr und die Arbeit mit ihnen beginnt Spaß zu machen. Mittags gingen wir mit den Pferden wieder schwimmen, da es viel zu warm war. In unserer Mittagspause gingen wir einkaufen - Immer wieder finde ich neue geniale Dinge! Heute habe ich mir meinen ersten Christmas Pudding gekauft. Des weiteren ist es hier eine Tradition zu Weihnachten Schinken oder Schrimps zu essen. (diese Auswahl ist zurzeit auch riesig!)

Am Abend wurde es dann aus dem nichts, sehr kühl - war sehr angenehm!

 

Donnerstags regnete es dann, worüber wir uns alle sehr gefreut haben! Vormittags konnte ich wieder 5 Pferde reiten und nachmittags haben wir eine Reihe in der Halle aufgebaut. Wir bekamen dann noch eine Springstunde. Ich ritt Cancan und dieses Pony begann zum fliegen. Sie hatte richtig Ehrgeiz und sprang immer höher. War ein riesen Spaß! Danach half ich wieder beim Hufschmied Pferde halten. Dieser brachte uns auch noch ein Zelt und schenkte uns Schokolade zu Weihnachten.

Wir fahren nämlich von 24.12.-26.12. ans Meer campen.

 

Freitag war ein sehr abwechslungsreicher Tag, an dem wir kein einziges Pferd reiten konnten. Gleich um 07:00 kam der Tierarzt und wir haben 3 Stuten durchgecheckt. Eine ist schwanger, eine leider nicht und die 3. konnten wir zum zweiten mal mit gefrorenen Samen besamen. Dabei haben wir wieder helfen können. Man muss zu erst unter dem Mikroskop checken, ob das Sperma in Ordnung ist. Das war wirklich interessant! Danach kann man dies mit einem Röhrchen im After einführen.

Anschließend haben wir einige Pferde in andere Felder gestellt, da wir 2 Zuchstuten auf Diät setzen müssen. Weiters haben wir das Heulager zusammen geräumt und den ganzen Stall auf Hochglanz gebracht, da wir jetzt 4 freie Tage haben.

Wir haben auch ein kleines Weihnachtsgeschenk von unserer Trainerin bekommen. 2 Bilderrahmen mit Bildern von den Turnieren.

Abends fuhr ich noch zu McDonalds und konnte dieses Tagebuch online stellen.

23.12.

 

Der Morgen hat mit einem Telefondate mit meiner Tante, Onkel und Cousine - Annika Gritsch, welche die Karte auf meiner Startseite designet hat - begonnen. Es ist so schön, wenn man am anderen Ende ist und trotzdem einiges von zu Hause mitbekommt! Danach habe ich den Pferden Frühstück gefüttert und mir selber Pancackes gemacht.

Den restlichen Vormittag habe ich mit diesem Tagebuch verbracht.

 

Da wir zu Zeit sehr viel mit unserem Tierarzt zu tun haben, begonnen wir ziemlich herum zu scherzen. Er lud uns für heute zum Infinitypool seines Nachbarns ein. Nach einer cirka 20 minütigen Autofahrt sind wir dort angekommen. Diese Location ist ein Traum!! Der Nachbar, also der Besitzer vom Pool ist ein sehr Kontaktfreudiger, extrovertierter Mann, welcher mit diesem Pool einen "place to be" schaffen wollte. Er begrüßte uns sehr freundlich mit kalten Getränken. Als wir dort ankamen fand gerade ein Fotoshooting für eine Accesoir-Start up statt.

 

Im laufe des Nachmittags kamen immer mehr Leute zu diesem Pool und so lernten wir auch zwei sehr liebe Leute in unserem Alter kennen mit welchen wir uns am Abend in einer Bar wieder trafen. Ich war Autofahrer und blieb dafür nüchtern. In der ersten Bar war es ein bisschen fad, daher fuhren wir 35 Minuten in den nächsten größeren Ort und gingen dort in eine Diskothek.

Ich muss sagen, dass Australier sich teilweise sehr unvorteilhaft kleiden oder teilweise um jeden Preis auffallen möchten.

Die Musik war echt gut und wir tanzten bis um 00:30, dann ist in Australien nämlich Schluss mit Alkohol und man bekommt nur mehr gratis Wasser.  Die Musik ging noch bis 01:30 und danach fuhren wir wieder zurück zum Pool. Dieses Pool hatte sogar ein Spa mit Düsen, welches wir auf 35 Grad erhitzen. Da wir im Landesinneren sind und kein Licht weit und breit hatten, sahen wir einen sehr beeindruckenden Sternenhimmel! Es war wie in einem Traum! Dort verweilten wir bis um 04:30 und fuhren mit "Fischfingern" nach Hause. Es war ein wirklich lustiger Abend und eine geniale Einleitung in die Weihnachtsfeiertage.

 

Aja zu Abendessen hatte ich meinen ersten richtigen Christmas Pudding. War sehr gut!

24.12. Christmaseve

 

In Australien feiert man für gewöhnlich 3 Tage lang Weihnachten. Am 24. ist der sogenannte Christmaseve. Hier isst man gemeinsam mit der Familie zu Hause abend. Ganz typisch wären Garnelen oder Schinken (gegrillt bei einer Gartenparty). Am 25. ist dann Christmasday. Da geht man gemeinsam zum Strand und hat dort kalte Fischsalate oder Salate mit Schinken. Alle Geschäfte sind an diesem Tag geschlossen. (Seltenheit! normalerweise hat alles 7 Tage die Woche geöffnet) Am 26. ist Boxingday. Hier haben die Geschäfte wieder offen und überall ist ein großer Sale.

 

Wir mussten heute um 06:30 aufstehen, um drei Zuchtstuten mit dem Tierarzt zu checken. Eine davon konnte wir zum zweiten mal besamen, da sie den Ersten nicht angenommen hat.

Danach gingen wir wieder schlafen. Um 12:00 sind wir aufgestanden, haben das Auto gepackt und sind zu Jervis Bay gefahren. Hier soll es den weisesten Strand der Welt geben. Der Wetterbericht hat für heute 32 Grad und Sonne angesagt. Die nächsten zwei Tage sollen ein bisschen bewölkter sein. Somit freuten wir uns auf 3 schöne Strandtage.

 

Als erster fuhren wir auf den Campingplatz und bauten unsere Zelte auf. Danach ging es endlich ans Meer. Dort war es leider kalt und sehr windig.  Wir machten es uns trotzdem auf unserer Picknickdecke gemütlich und breiteten das Picknick, welches wir von unseren Chefs zu Weihnachten bekommen haben, aus. Es gab sehr viele Früchte, Schinkenröllchen, Chicken Wings, Cranberry Sauce, Honey Sauce, Apfelmouse, Salat, Nüsse, Chips, Schokolade, Wein und einige weitere gute Dinge. Nach ein paar Fotos fuhren wir wieder zu unseren Zelten.

Beim Zelt machten wir uns ein kleines Lagerfeuer. Da der Tag Wettertechnisch kaum mehr besser werden konnte, begann es auch noch zum Regnen! Frohe Weihnachten.

Trotz allem machten wir uns einen sehr lustigen Abend und bekamen immer mehr Gesellschaft von den anderen Campern.

25.12. Christmasday

 

07:00 morgens bin ich aufgestanden. Alles war noch ganz still. Ich ging ein bisschen weiter in den Wald, um niemanden auf zu wecken. Dort telefonierte ich mit meiner Familie, da diese gerade Weihnachten "feiern". Es war sehr schön alle zusammen wieder zu sehen und dank Videotelefonaten fühlte ich mich wie live dabei.

Danach ging ich wieder schlafen und wir standen gemütlich um 09:00 auf. Nach einem guten Frühstück bauten wir die Zelte wieder ab und fuhren noch einmal an den Strand. Das Wetter war immer noch kalt und nass, aber am Strand waren erstaunlich viele Menschen.

 

Wir entschieden uns nach Hause zu fahren, da es keinen Sinn machte noch eine Nacht im Regen zu verbringen. Am Heim Weg beschlossen wir noch in Wollongong surfen zu gehen. Wir borgten uns nur die Boards aus, da heute natürlich niemand Zeit für eine Stunde hatte. Es war mein erstes Mal und es hat riesen Spaß gemacht! Obwohl die Wellen teilweise riesig waren, konnte ich sogar einige Male stehen bleiben.

 

Zu Hause angekommen wollten wir trotzdem noch das "Campingfeeling" haben und baute daher eine Höhle in unserem Wohnzimmer. Es war wie in alten Zeiten. In dieser Höhle sahen wir uns dann einige Weihnachtsfilme an. :)

26.12. Boxingday

 

Nachdem wir heute auch noch frei bekommen haben, wollten wir noch etwas unternehmen. Da Weihnachten ist und das Wetter immer noch nicht ganz mitspielt fuhren wir in eine Halle eislaufen. Ich fühle mich ein bisschen wie zu Hause!

 

Eigentlich ist diese Geschichte recht ironisch. Wir fahren auf 3 Tage Strandurlaub und enden in einer Eislaufhalle.

 

Zu Hause angekommen verkrochen wir uns wieder in unserer Höhle und mussten dann nur mehr um 16:30 den Pferden Abendessen füttern. Zum Abschluss gingen wir noch einmal gut essen.

27.12.- 29.12.

 

Mittwochs war wieder ein ganz normaler Arbeitstag. Heute habe ich noch einmal das Frühstück gefüttert und danach konnte ich noch 6 Pferde reiten. Es ist schon ein komisches Gefühl von manchen Pferden abzusteigen und genau zu wissen, dass man sie nie wieder reiten wird. Daher probiere ich noch einmal jedes Pferd in seiner stärkste Disziplin zu reiten.

Meiner Mama ist unabsichtlich raus gerutscht, dass sie und meine Großeltern mir ein Überraschungspaket geschickt haben, welches schon längst hätte hier sein sollen. Langsam bekomme ich große Angst, dass ich dieses nie sehen werde.

Abends konnte ich mein Tagebuch endlich voll funktionsfähig machen. - Jejj! - Ich weiß, dass die Mobile Ansicht derzeit nicht ideal ist, aber sie funktioniert. ;) Ich spiele mich wieder damit, wenn ich etwas mehr Zeit habe.

 

 

Donnerstags war somit mein letzter ganzer Arbeitstag. Am Vormittag konnte ich noch bei einigen schönen Ausritten die wunderschöne Landschaft genießen. In der Mittagspause kamen endlich meine Packerl an. Von meinen Eltern habe ich viele kleine typisch österreichische Weihnachtssüßigkeiten bekommen. Von meinen Großeltern war es ein ganz persönliches Weihanchtspackerl, welches leider viel zu spät kam :/. Ich bekam ganz viele, sehr gute Keks, eine Sachertorte, ein Engerl und einen kleinen Ast von meiner Tanne. (Diesen Baum pflanzten sie am Tag meiner Geburt)

Nachmittags konnte ich noch einmal meine Jungpferde reiten und wir haben einige Pferde umgesiedelt, da ein Damm sehr ausgetrocknet ist und die Pferde kaum mehr zum Wasser kommen.

Nach der Arbeit hüpfte ich noch schnell in unser Pool.

Abends fuhren wir noch ins Einkaufszentrum. Ich konnte noch ein Outfit für Silvester und einige Dinge fürs Reisen finden.

 

 

Freitags war ich schon so aufgeregt, dass ich kaum schlafen konnte. Daher arbeitete ich weiter an meinem Tagebuch.

Angefangen habe ich meinen letzten Arbeitstag indem ich noch einmal eine Folge am Springplatz aufbaute. Diese ritt ich dann  mit meinem Springpony Cancan. Es war echt schön noch ein Mal mit ihr zu fliegen.

Danach ging ich mit meiner ängstlichen Stute Elle auf ihren ersten Ausritt. Ich muss sagen, dass der Galopp für unerfahrene Pferde echt leichter auf einer Geraden im Gelände als in einem Viereck ist.

Zum Abschluss ritt ich mein Pferde mit dem alles begonnen hat, Manny. Mit ihm ging ich auch noch ein Mal auf den Springplatz und er hebte ab. War richtig gut!

 

In der Mittagspause habe ich mich von den Chefs verabschiedet, welche mich jederzeit wieder herzlich Willkommen heißen.

 

Den Nachmittag haben ich mit Schuhe putzen, Wäsche waschen und Koffer/Rucksack packen verbracht. Ich muss sagen, dass ich nicht mehr weiß, wie ich zu Hause alles in meinen Koffer bekommen habe. Beides ist jedenfalls sau schwer.

 

Aktuell sitze ich in meinem leeren Zimmer und schreibe dieses Tagebuch. Ich muss sagen, dass ich beim Gedanken ab heute ohne einem "festen" Wohnort zu sein und nur einen Rucksack zu haben, ein bisschen Bammel bekomme. Aber ich glaube das ist normal. :) Weiteres bin ich offiziell arbeitslos, dadurch frei und mein eigener Chef. - darauf habe ich mich sehr gefreut - einfach unabhängig zu sein.

 

Fazit der letzten 2 Monate:

 

Anfangs war ich mir sehr unsicher ob ich diese 2 Monate wirklich durchziehe, da ich es mir hier etwas professioneller vorgestellt habe. Es war ein Zuchtstall für Freizeit- und Sportpferde, allerdings nur für die niedrigeren Klassen. Wir hatte nur vor den Turnieren Reitstunden, aber jederzeit einen Trainer, welchen wir fragen konnten. Daher war ich mir sehr unsicher, ob ich wirklich etwas lernen würde.

 

Ich muss sagen, dass ich im Nachhinein gesehen sehr viel mehr gelernt habe, als anfangs gedacht. Ich habe vor allem ganz gut sehen können auf welchem Stand ich mich gerade befinden und wie weit ich ein Pferd in 2 Monaten bekomme.

Mein Fazit dazu:

#Manny war am Anfang Dressurmäßig A fertig und sehr gut rittig in allen 3 Gangarten. Im Springen war er einfach ungeübt. Ich konnte ihn bis zur nächsten australischen Klasse bringen. In wenigen weiteren Wochen könnte man ihn in der nächsthöheren Klasse am Turnier vorstellen. Sprungtechnisch sind wir am Schluss auf 1m unterwegs gewesen.

#Cancan bekam ich als "3 Monate auf der Koppel gestanden". Im laufe der Zeit konnte ich sie sehr zufriedenstellend auf einem Dressurturnier vorstellen und sprungtechnisch waren wir auf 90cm unterwegs.

#Elle hat sich am Anfang kaum fangen lassen auf der Koppel und reittechnisch war sie auch wie ein Jungpferd zu behandeln. Am letzten Tag konnten wir sogar ausreiten gehen. Aja, sie lässt sich mittlerweile fangen.

#O'Kan war anfangs sehr unkonzentriert und instabil in der Anlehnung. Jetzt könnte ich ihn auch bei Jungpferde Prüfungen vorstellen.

#Mondo konnte ich erfolgreich auf dem Turnier in der Jungpferdeprüfung vorstellen. Er wäre jetzt bereit in der nächsten Klasse zu starten.

#Mein erstes ganz junges Pferd konnte ich am Ende schon in der Halle galoppieren. Das 2. verletzte sich leider in den letzten 3 Wochen. Das 3., welche mich 2 Mal in den Sand gesetzt hat, habe ich soweit aufgebaut, dass man sie wieder longieren kann und mit dem Reiten beginnen könnte.

Ich hatte noch mit einigen weiteren Pferden zu tun, jedoch nur über eine kürzere Zeit.

 

Alles in allem kann ich sagen, dass ich mir meine Pferde in diesen 2 Monaten so hergerichtet habe, dass ich jetzt richtig zum "arbeiten" beginnen könnte. Da sie jetzt so "funktionieren" wie ich mir das vorstelle. - Merkzettel an mich selber: Wenn ich mit Pferden arbeite, dann mindestens 3 Monate!

 

Weiters habe ich sehr viel übers Züchten, die australische Zucht und gefrorene Samen dazugelernt! Alleine durch das richtige "in Australien leben" konnte ich sehr viele neue Eindrücke dazugewinnen.

 

Ich muss auch sagen, dass mir die Arbeit direkt mit dem Pferd großen Spaß macht, jedoch jeden Tag 8 Stunden nur reiten ist mir zu eintönig. Mir fehlen die Menschen und vor allem die Kinder um mich herum. ;)

 

Ich bin sehr dankbar diese Erfahrung gemacht zu haben und hätte sie auf keinen Fall missen wollen!

 

Jetzt heißt es für mich: "let's get lost ..."

Es freut mich sehr, dass dich mein Tagebuch interessiert! Ich würde mich sehr freuen, von dir zu hören. Dankeschön :)

melanie.amon@gmail.com

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